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letra de des toten dichters liebe - franz liszt

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der hain widerhallt von der nachtigall sang
süß tönt aus der ferne der klang der schalmein;
es küßt der im tale hinrieselnde bergbach
der rosen zur welle sich neigende reih’n
den strauch der zephyr, und die biene die flur, —
und wir nur, geliebte, von aller natur
wir sollten einander nicht küssen?

und wir nur sollten einander nicht küssen?
ich, du und das kind, dеr herzen dreiеinheit!
im schoß meines weibes mein lächelndes kind
noch einmal dies lächeln voll himmlischer reinheit!
von liebe soll jetzt meine leier erklingen
ein lied von der liebe will jetzund ich singen
ein lied von der liebe dem söhnlein

ein lied will ich singen von liebe dem söhnlein
das heut noch ihm klingt wie ammengesang;
doch wenn ers begreifet, dann sing es ihm vor
von der mutter gewinnt es viel holderen klang
sag ihm, was ich war, was geworden aus mir
wie glücklich ich lebte, weil lebend mit dir, —
mein weib, und bald vielleicht witwe

meine witwe vielleicht, bis im herbste das laub fällt
o sage mir, könntest du meiner vergessen?
leicht kann man dort sterben, wohin man mich rufet
stirbt auch meine liebe bei dir unterdessen? —
«nie soll meine liebe, geliebter, erkalten!
und enden dein leben des todes gewalten
umschließe dein grab auch uns beide!»
leicht kann man dort sterben, wohin man mich rufet;
der schreckliche schnitter im felde der schlachten
nicht wählt er die opfer, noch mag es ihn kümmern
ob der, den die ewigen schatten umnachten
dem vergessen verfallen, sobald er gestorben
oder ewigen ruhm sich hienieden erworben
nie frommte dem tode die leier!

doch geschmetter und dröhnen und stampfende rosse
das schlachtengeheul von erbitterten heeren
die hochzeit, wo die küsse vom eisen gegeben
und würmer des grabes das gastmahl verzehren. —
das wimmern der glocken, der sterbenden stöhnen
und in flüchtiger stille der leier ertönen
das «vorwärts!» wie helden zu fallen

von einem entblätterten baume hernieder
krächzet ein rabe: «zu end ist die schlacht
auf dem blutigen feld ist die ernte vorüber
die sense hat all ihre arbeit vollbracht.» —
«du bote der schlachten, das schicksal des helden
des sängers, des tapfern, sollst du mir melden
meines heißgeliebten gatten!»

antwortet der rabe: «so liebten wir beid’ ihn! —
er trieb in den kampf vieler wackeren reih’n
und sie wurden zur speise für mich und die meinen
drum wein ich um ihn; — du harre nicht sein!
unter hunderten schläft er zu unterst gebettet
wir trauern um ihn, den uns niemand mehr rettet
ich stets, — bis zur brautnacht die witwe!» —
bis zur neueren brautnacht zerreißet ein windhauch
der witwe so locker gewobenen schleier;
die herzen der frauen, sie sind nicht von stahl
und zauberhaft tröstet ein artiger freier: —
laßt ruhen die toten, sich freuen die herzen!
nicht eifert der tote! mit kosen und scherzen
erfreue dich, schöne, des brautglücks

es tanzet bei fröhlichen weisen das brautpaar:
am arm ihres zweiten das herrliche weib;
buntfarbige kränze, der bräutliche schmuck
umflattern ihr haupt und den blühenden leib. —
o selige stunden, die stille verfließen
wo lippen und augen im schlummer sich schließen
zwei herzen nur wachen und pochen

zwei herzen nur wachen und pochen. —
da plötzlich erscheint ein gespenst
aus den gräbern, den feuchten
auf grinsendem schädel einen bekränzten kalpag
in den höhlen der augen ein schauerlich leuchten;
von der in die brust ihm geschlagenen wunde
gibt das kronlose wappen des vaterlandes kunde
das blutig die brust ihm bedecket

und es spricht, nicht der mund, nur die blutende wunde:
«mein herz, meine welt, meine seligkeit
längst schmachte nach dir ich in dunkler behausung
für dich und das kind ist mein bett schon bereit
es genüget uns drei’n; dort schläft man geborgen
lang währet die nacht dort, und fern ist der morgen
es ist mitternacht, liebe, komm schlafen!»
«komm schlafen mit mir in mein liebliches haus;
das dach ist von grünendem rasen umhegt
mit blauen und goldenen blümlein durchwirkt
das innre mit farbigen steinen belegt
und mit wunderherrlichen dingen geschmückt
mit dem schönsten gebein, das die menschen entzückt
mit gebeinen der edelsten helden.» —

«geh, heb dich von hinnen, du lügengespenst!
du wagst es umsonst, meinen mann dich zu nennen:
dein antlitz ist fremd mir, nie sah dich mein auge
nie könnt ich in dir meinen trauten erkennen!» —
da lacht das gespenst, daß es schauerlich gellt: «ha ha — ha!
welch seltsamer spaß aus der modernden welt!
hast recht, meine schöne!

ich wohne mit viel kameraden zusammen
und hab, von der menge der schädel verwirrt
in der eil einen fremden statt meines genommen;
ich geh wieder hin, wo so sehr ich geirrt
und kehre zurück, bis den schädel, den rechten
den eignen ich find unter allen den schlechten.»
so redet der geist und verschwindet

und wiederum kommt er um mitternacht;
er erzählt, wie im grabe die toten leben
was im ewigen schlafe die schlummernden träumen
was in alten zeiten es neues gegeben
von hoffnungen spricht er, die längst sind verklungen
und das liebeslied singt er, das einst er gesungen; —
er ist’s, doch sein kopf ist ein andrer!

und immer bringt er ein ander gesicht;
er hat ja der masken beliebige wahl
von alten und jungen, von ernsten und heitern
die man alle begrub unter einem pfahl!
kommt! ruft er der frau und dem söhnlein zu;
sie fahren erschrocken empor aus der ruh;
«o nicht! nicht führ uns von hinnen!»

er rufet beharrlich sein weib und sein kind
und der jahre zwanzig kommt immer er wieder
wie dem grab er entsteigt, zerreißt ihm der dorn
die gewänder, die flattern in fetzen im wind;
er selber verkommt immer mehr und schwand
zum schatten dahin, der da huscht an der wand
und er flüstert noch immer: o kommet!

die frau ergraut, und der sohn wird als jüngling
ein greis mit lebenssatter gebärde
zur qual für die mutter, — sein herz ist krank
sein herz ist schwer, es zieht ihn zur erde
«o finde doch endlich dein eigen gesicht
schon fürchten dein nächtliches kommen wir nicht
wir erwarten, erwarten’s mit seufzen!»

und es weckt ihn der ruf der liebe vom schlaf;
er erscheint noch vor der mitternachtsstunde
mit dem leuchtenden antlitz, dem kühnen bl!ck
und wie vordem lächelnden munde;
und von sich schleudert er leier und schwert
denn jetzund soll er, was längst er begehrt
sein kind und die mutter umarmen

und fernhin führt er sie mit sich fort
wo das grün seines grabes sich jährlich erneut
darüber ein strauch voller rosen glüht
und duftige blätter auf’s grab ihm streut; —
so nahm er denn alles, was sein war, hinab
und jetzt erst ward ruhe den toten im grab
und es leuchtet der stern seines ruhmes

die nachtigall schmettert ihr lied im gebüsch
der hirte singt unsres dichters gesang
ein wetterleuchten erzittert fern
am himmel bei sonnenuntergang
die biene summt um der blumen trieb
und drunten flüstert der tote: mein lieb
wir herzen einander nun ewig!

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